Gruppe

„Atem und Bewegung“ in der Gruppe

Alle Übungen aus der Atemlehre sind sehr einfach. Sie können von fast jedem Menschen, auch bis ins Alter, ausgeführt werden. Viele Übungen können auch ihren Platz im Alltagsleben finden.
Atem und Bewegung ist keine Gymnastik, Yoga, Feldenkrais oder Tai Chi, auch wenn einige Übungen ähnlich aussehen.

Eine Übungseinheit umfasst ca. eine Stunde, danach folgt ein Ausklingen der Übungen mit einer ausgiebigen Ruhephase am Boden. Danach kann sich ein kurzer Austausch in der Runde anschließen. Wer möchte, teilt seine Erfahrungen mit den Übungen mit. Wir vergleichen uns nicht, es geht nicht um besser oder schlechter. Jeder geht seinen eigenen persönlichen Weg. Ein gewisses Maß an gemeinsamer Reflexion kann diesen Weg aber unterstützen.

Für die Übungen reicht bequeme, nicht einengende Kleidung; weiter eine ( Yoga- )Matte, eine Decke, eventuell eine weitere für die Nachruhphase, und ein kleines, flaches Kissen.

„Der Atem heilt von innen“
(Paracelsus)

Mit den Übungen in der Gruppe machen wir uns auf den Weg von Außen nach Innen.
Jede Gruppenstunde beginnt mit einem Moment der Stille.
Ich sammle mich und komme an:
im Raum, bei den Menschen, die mit mir üben, bei mir selbst.
Vielleicht spüre ich schon mehr oder weniger deutlich meine Atembewegung im Körper.
Jetzt, in diesem Moment.

Die Übungen, die sich nun anschließen, laden dazu ein, die eigene Aufmerksamkeit immer wieder auf den Körper zu lenken. Spüre ich mich, als ganzer Mensch? Oder bin ich außer mir, in Gedanken, ziehen sie mich fort, lebe ich in meiner Vorstellungswelt, aber nicht im Hier und Jetzt?

Die Übungen im Sitzen, Liegen und Stehen sind mehr als bloße Gymnastik. Mit jeder Bewegung reagiert auch mein Atem. Wo ich blockiert bin, wo Schmerz und Spannung sind, kann auch mein Atem nicht frei schwingen. Wenn sich durch eine Übung etwas lösen darf, wird auch mein Atem befreit.

Ich übe in der Gruppe. Ganz für mich. Die einzelnen Übungen lassen mir viel Raum, mich zu spüren. In meinem eigenen Maß lerne ich meinen Körper kennen. Wie ist er beschaffen: beweglich, gespannt? Wie bewegt mich mein eigener Atem?
Mein Körper ist das Haus, das ich bewohne. Das Leben hat seine Spuren hinterlassen. Wie gehe ich damit um? Wie gehe ich mit mir um?

Die Übungen aus der Atemlehre sind kein Weg vordergründig „fit“ zu werden. „Fit“ bedeutet: angepasst. Angepasst an was? An ein Ideal von Schönheit, Unversehrtheit, Leistungskraft? Wo ein Ideal das Ziel ist, kann ich nur zurückbleiben. Mit meinem Mangel.
Atemtherapie will etwas anderes. Die Übungen lehren auf mich zu schauen, anzunehmen, was ist: Ja, so bin ich da. Da ist meine Grenze. Da ist mein Spielraum. Lebendigkeit.

„Ich kann dir nichts geben, was nicht schon seinen Ursprung in dir hat…
Ich kann dir nur deine eigene Welt sichtbar machen helfen – das ist alles!
(Hermann Hesse)